Besuch vom Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Miersch

Fotos: Düselder

Heute hatten wir Besuch von Dr. Matthias Miersch, Mitglied des Deutschen Bundestages, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, für Umwelt, Klimaschutz, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

 

Bereits im Februar hat der Betriebsleiter Torsten Janz eine E-Mail an den Deutschen Bundestag geschickt mit der Frage, was unsere Regierung gegen die stark ansteigenden Energiekosten unternimmt. Nach einem ersten Austausch per E-Mail mit dem Büro von Dr. Miersch haben wir ihn sodann zu uns eingeladen, um unsere Interpretation von Tierwohl näher zu bringen und um über die aktuelle Situation zu sprechen.

 

Nach einem kleinen Rundgang über unseren Hof sind wir zu unseren 3 km vom Hof entfernten mobilen Hühnerställen gefahren. Im April haben wir dort einen "Hühnerwald" angelegt. Dieser hat uns rund 2.000 EUR und viele Arbeitsstunden gekostet. Eine Förderung haben wir hierfür nicht erhalten. Der Hühnerwald bietet den Hennen einen nahezu natürlichen Lebensraum - denn Hühner sind von Natur aus Waldrandbewohner. Hitze/Kälte/Schlechtwetter stören unsere Hennen zukünftig nur noch wenig.

 

Die mobile Hühnerhaltung deckt die Forderungen nach Tierwohl, Nachhaltigkeit und extensive Beweidung sehr gut ab - sie ist aber auch sehr arbeitsaufwändig und kostenintensiv. Dementsprechend kostet ein Ei aus Mobilhaltung mehr. Jetzt kommt eine Krise nach der anderen und die Preise explodieren überall.

 

Meine Botschaft an Dr. Miersch und an unsere Regierung: Wenn wir in der Landwirtschaft regional und nachhaltig unter unzähligen Auflagen, Gesetzen und Verordnungen hochwertige, gute und gesunde Lebensmittel produzieren, dann kann es doch nicht sein, dass sich immer mehr Menschen der heimischen Bevölkerung diese Produkte nicht mehr leisten können. Da muss was passieren! Denn sonst machen wir nicht nur große Rückschritte beim Tierwohl, sondern verlieren auch viele unserer regionalen Angebote, ob Eier, Fleisch, Gemüse, Kartoffeln usw. 

 

Persönlich hat Dr. Miersch einen sehr guten Eindruck bei uns hinterlassen. Er hat sich Zeit genommen, er hat zugehört und viel über unsere Arbeit erfahren wollen. Es war trotz der Umstände eine freundliche und angenehme Atmosphäre. Die (gute) Diskussion mit Dr. Miersch zum Thema Bruderhahn hat mir persönlich aber auch gezeigt, dass die Politik viel mehr und viel früher mit den Praktikern sprechen muss, bevor in Berlin Entscheidungen getroffen werden, die sicherlich gut gemeint, aber in der Praxis mehr Schaden als Nutzen verursachen.

Mehr zum Thema:

Neue Deister Zeitung (NDZ) vom 27.07.2022: Wo Hennen unter Pappeln scharren: Ein Besuch im Hühnerwald (ndz.de)

 

Beitrag von Dr. Miersch auf seiner Webseite: Beispielhafte Landwirtschaft